spartakus 

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Geschichte:

Referat über den Spartakus-Aufstand:

  

 

 

1.      Woher kam Spartakus eigentllich?/Wer war er?

 

Woher kam Spartakus eigentlich? Eine gute Frage, die auch heute niemand mit Sicherheit zu beantworten vermag. Als gesichert kann gelten, dass er aus Thrakien stammte, was alle uns bekannten antiken Quellen bestätigen. Was er jedoch in seiner Heimat gewesen ist, wissen wir ebenso wenig, wie warum er als Gladiator nach Italien gehen musste. Die meisten antiken Chronisten setzen voraus, dass der Spartakus ein thrakischer Fürst oder Fürstensohn war. Dies könnte allerdings nichts weiter sein als Schadensbegrenzung, denn die etlichen Niederlagen römischer Armeen gegen Spartakus Pöbelheer, über die nur verschämt berichtet wird, erscheinen erträglicher, wenn sie Rom durch einen thrakischen Edeling beigebracht wurden, den es durch ein unglückliches Schicksal nach Italien verschlagen hatte. Ob Spartakus nun aber vielleicht nur Bauer, Händler, Söldner oder Dieb in seiner thrakischen Heimat gewesen ist, kann nicht mehr erwiesen werden. Für seine Abkunft als Fürst, oder Fürstensohn, spricht jedoch seine außergewöhnliche Intelligenz, seine hohen Führungsqualitäten und seine offensichtliche Bewandertheit in Fragen der Kriegsführung, die bestimmt jedem männlichen Adeligen in seiner Ausbildung vermittelt wurde.

 

 

2. Spartakus wird unterschätzt(Sklavenauftand des Spartakus)

 

 

Sklavenaufstände waren für Rom nichts Neues. Nebst einiger kleinerer Aufstände in Italien selbst, war vor allem Roms erste Provinz Sizilien betroffen gewesen. Hier war es schon durch die Ausweitung der Sklavenwirtschaft nach dem 2. Punischen Krieg von 136-132 zu einem größeren Aufstand gekommen, den Rom allerdings schließlich beenden konnte. Doch 104-101 brach erneut ein gewaltiger Sklavenaufstand aus, ausgelöst durch die Weigerung des sizilianischen Statthalters, die unrechtmäßig eingeführten Sklaven in die Freiheit zu entlassen. Wieder erreichten die Aufständigen kurzzeitig Kontrolle über nahezu die ganze Insel, riefen einen König aus und suchten Unterstützung im Ausland. Erst im Jahre 101 besiegte Consul Manius Aquilius die Sklaven und befriedete Sizilien.

Als man im Frühjahr 73 von dem Ausbruch einiger Gladiatoren aus der Fechterschule von Capua hörte, wird man in Rom nicht sonderlich beunruhigt gewesen sein. Schließlich waren kleinere Aufstände und Ausbrüche an der Tagesordnung, und dass die Gladiatoren dem Schicksal entrinnen wollten, vor den aufgepeitschten Volksmengen zur Belustigung ihr Leben geben zu müssen, war nur logisch. Die Gladiatoren, unter der Führung eines gewissen Spartakus brachen wohl mit ca. 200 Mann aus der Elite-Schule von Capra aus, überwältigten das starke Wachpersonal, wobei allerdings nur ungefähr siebzig Mann übrig blieben. Die Gladiatoren wurden verstärkt durch einige mutige entlaufene Sklaven und Vogelfreie, die wohl sowieso alle Hoffnung aufgegeben hatten. Von einem Sklavenaufstand kann aber noch keine Rede sein. Die Gladiatoren hatten allerdings das Glück, dass ihnen eine kleinere Waffenlieferung aus Rom in die Hände fiel, was ihre spärliche Ausrüstung ergänzte. In Rom brauchte man, wie schon gesagt, kaum etwas befürchten. Dennoch wollte man den Aufstand beendigen, bevor er so recht ins Rollen kam. Der Senat entsendete den Propraetor C. Claudius Glaber mit 3000 Rekruten (die ausgebildeten Legionen befanden sich in Asien und Spanien). Dieser trieb Spartakus und seinen Haufen vor sich her, bis auf den Vesuv hinauf. Hier glaubte er die Sklaven von allen Verbindungen und gangbaren Wegen abgeschnitten zu haben und wollte nun abwarten, bis er die Sklaven ausgehungert hatte. Spartakus aber gab sich nicht so leicht geschlagen. Nachts seilten er und seine Männer sich von einer Steilwand ab. Nicht einer blieb zurück, der Letzte seilte die zusammengebündelten Waffen ab. Dann fiel Spartacus mit seinen Männern in das Lager des Claudius Glaber ein, der den arroganten Fehler begangen hatte, es nicht wie üblich mit Holzpalisaden zu befestigen. Die verängstigten Rekruten wurden aus dem Schlaf gerissen und waren plötzlich mit einer Menge konfrontiert, die zum Äußersten entschlossen war. Nach kurzen Scharmützeln flohen die jungen Männer in die Nacht. Auch Glaber entkam nur knapp.

Damit nahm eines der erstaunlichsten Ereignisse der Weltgeschichte seinen Lauf, der Sklavenaufstand des Spartakus, welcher Rom an den Rand der Kapitulation brachte. In normalen Geschichtsbüchern findet man unter dem Spartakus-Aufstand nur einige wenige trockene Zeilen, die von einigen römischen Niederlagen berichten und schließlich von dem Scheitern der Sklaven. Damit aber wird Spartakus nicht die verdiente Aufmerksamkeit zuteil, denn er war ein militärischer Anführer mit ähnlichem Talent wie Hannibal oder Alexander. Dies ist der Grund, warum ich mich hier ausführlicher als zuvor gedacht dem geheimnisvollen Gladiator widme. Außerdem zeigt der Spartakus-Konflikt die Schwächen und die Angreifbarkeit des angeblich so mächtigen römischen Staates.

Wie es nach dem Auftand weiterging


Nachdem er einen ersten Sieg gegen römische Truppen (von welcher Qualität diese auch immer gewesen waren) errungen hatte, erhielt er nun regen Zulauf aus unzufriedenen Sklaven der Umgebung. In kürzester Zeit würde sich sein Trupp enorm vergrößert haben, und so konnte er auch die Sklaven innerhalb der Stadt Nola dazu bringen, ihm und seinem Heer die Tore zu öffnen. Nola war eine schwerbefestigte Stadt, an der sich schon Hannibal die Zähne ausgebissen hatte. Diese fiel nun jedoch der Plünderung durch die wütenden Sklaven zum Opfer. Diese tobten durch die Strassen, plünderten, mordeten und brandschatzten. Jahrzehntelang aufgestauter Hass entlud sich in einem grausigen Hinschlachten. Sklaven aus Nola zerrten ihre eigenen Herren vor die Tür, um ihnen den Garaus zu machen. Antike Chronisten betonen erstaunlicherweise, dass sich diese Untaten zum Unwillen des Spartakus abspielten, der aber keine Möglichkeit sah, seinen aufgebrachten Haufen zurückzuhalten (der übrigens wohl kaum schlimmer in Nola hauste, als Sullas römische Soldaten 86 im eroberten Athen). Um die Zerstörungen zu beenden, belog Spartakus seine Leute und ließ das Gerücht verbreiten, das Praetor Publius Varinius, der mittlerweile vom Senat mit der Beendigung des Aufstandes beauftragt worden war, auf die Stadt anrückte. Das Glück ist mit dem Tüchtigen, und in diesem Falle mit dem Gnädigen, denn Varinius rückte ohne das Wissen des Spartakus tatsächlich mit einem Heer auf Nola zu. So entkamen die Sklaven gerade noch rechtzeitig. 

Spartakus organisierte seine Truppen auf hervorragende Art und Weise und setzte nun zu einem beispiellosen Siegeszug gegen römische Verbände an. Zwar stimmt es, dass die Römer Spartakus zuerst nur zweitklassige Truppen entgegenstellten (die großen Armeen waren schließlich in Spanien und Asien), doch muss man bedenken, dass bei Spartakus Haufen überhaupt wohl kaum die Rede von einer "Armee" sein kann, setzte er sich schließlich nur aus entlaufenen Sklaven aller Art, ohne Kampferfahrung zusammen. Dennoch schlug er im Sommer 73 erst Varinius Unterfeldherren Furius, der 3000 Mann kommandierte und wohl mit einem leichten Sieg gerechnet hatte. Entgegen den Erwartung kämpfte Spartakus Armee jedoch diszipliniert und taktisch geschickt. Die nächste Schlappe erlitt Varinius Legat Cossinius, der sorglos badete, während Spartakus seine Truppen bei Salinae Heraclae auseinander nahm. Er floh in sein befestigtes Lager, welches Spartakus Truppen jedoch im Siegestaumel überrannten, wobei Cossinius getötet wurde.

Mittlerweile war Varinius endlich mit einem größeren Truppenaufgebot zur Stelle und schloss das Sklavenheer im Lager von Heraclea ein. Spartakus erkannte die Schwäche seiner Position, wo er und seine Leute bald von jeglicher Versorgung abgeschnitten sein würden. Doch ließ er seine Truppen weiterhin die Befestigungen ausbauen, so dass Varinius zufrieden glaubte, der Thraker würde sich auf eine längere Belagerung einlassen. Des Nachts ließ Spartakus Leichen als Wächter aufstellen und räumte still und heimlich die Stellung. Erfolgreich führte er seine Leute im Schutze der Nacht an den allzu sorglosen Römern vorbei. Varinius, der zuerst nicht merkte, das er veralbert worden war, wurde erst misstrauisch, als nicht mehr die übliche Geräuschkulisse aus dem Sklavenlager, nur noch von Toten besetzt, zu hören war. Er eroberte das leere Lager und wird sich die Haare gerauft haben, als er feststellte, welchem Bock er aufgesessen hatte. Spartakus erwies sich allerdings erneut als ausserordentlich fähiger Anführer und seine Kriegslist scheint nur vergleichbar mit den Tricks eines Hannibals, der 150 Jahre zuvor römische Legionen auf ähnliche Art an der Nase herumgeführt hatte.

Spartakus eroberte noch 73 die Stadt Forum Anni, in der es wieder zu schweren Ausschreitungen und Metzeleien kam, erneut nicht gebilligt von Spartakus. Ende 73 holte sich endlich auch Varinius selbst eine blutige Nase gegen Spartakus und seinen Haufen. Um seine eigene Haut zu retten, musste er fliehen.

Im Jahre 72 kam es offenbar zum Streit im Sklavenlager, was uns zu der Frage bringt, aus welchen Völkern sich das Heer des Spartakus wohl zusammensetzte. Inzwischen war es gewaltig angewachsen, manche antike Quellen sprechen von bis zu 200.000 Mann, was man aber nur schwerlich annehmen darf (allein die Versorgung wäre wahrscheinlich unmöglich gewesen). Geschichtlich anerkannt ist die Zahl von ca. 70.000 Sklaven, wobei dies allerdings auch nicht stimmen muss. Die großen Sklavenschübe nach Italien hatten nach dem siegreichen Ende des 2. Punischen Krieges begonnen (was allerdings schon fast anderthalb Jahrhunderte zurücklag). In den letzten Jahrzehnten waren es vor allem Griechen und Kleinasiaten (nach dem Ende der ersten beiden Mithridatischen Kriege) gewesen, die man als Sklaven nach Rom importiert hatte. Auch Kelten aus Gallien und andere nordische Barbaren wurden in gewaltigen Kontingenten nach Italien transportiert (so zum Beispiel die von Marius geschlagenen Kimbern, Teutonen und Allobroger). Aus eben diesen Völkern wird sich auch das Heer des Spartakus zusammengesetzt haben, zwischen denen es zu Spannungen kam. 

Gerade die Kelten drängten darauf, die unter Druck geratenen Römer weiterhin anzugreifen und im eigenen Lande zu bekämpfen. Sie waren eine Kriegerrasse, nur auf Kampf und Rache aus, weshalb sich etwa zehntausend von ihnen unter dem Krixos von der Hauptarmee abspalteten. Dieser Kelte war offenbar schon vorher ein Freund und Unterführer des Spartakus gewesen, aber ebenso wie viele seiner Landsleute mit dem Plan unzufrieden, einfach aus Italien zu fliehen (der zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch bestanden haben wird).

Rom nimmt Spartakus nun ernst

 

Rom fuhr, den Aufstand endlich ernst nehmend, nun schwerere Geschütze auf. Die Consuln Cornelius Lentullus Clodianus und L.Gellius Poplicola wurden mit je zwei Legionen gegen die Sklaven ins Feld geschickt. Gelius Unterführer Propraetor Q.Arrius verlor am Mons Garganos ein Scharmützel gegen die Kelten des Krixos. Diese allerdings nutzten ihren Sieg nicht, sondern betranken sich sinnlos im eroberten römischen Lager. Arrius kehrte zurück und rieb die betrunkenen Kelten fast völlig auf.

Nach diesem anfänglichen Erfolg sollte es nun dem Spartakus an den Kragen gehen, der nach Norden, Richtung Alpen, und damit der Freiheit, zog. Lentullus zog vor dem Spartakus her, während Gellius und Arrius aufzuholen versuchten, um den Spartakus in die Zange zu nehmen. Lentullus besetzte wichtige Bergpässe des Appenins und hätte somit nur auf die Ankunft Gellius warten müssen, damit sie Spartakus gemeinsam vernichten konnten. Dennoch hatte sich Spartakus Talent als General und die Kampfkraft des Sklavenheeres offenbar nicht bis zu Consul Lentullus herumgesprochen, denn dieser gab die Bergpässe auf und griff Spartakus an. Er wurde vernichtend geschlagen und zur Flucht gezwungen. Inzwischen war Gellius herangeeilt und attackierte Spartakus Lager. Noch am selben Tag, an dem er die Legionen des Lentullus zerschlagen hatte, besiegte er auch Gellius, zweifellos eine herausragende militärische Leistung und ein Beweis für die Zähigkeit des Sklavenheeres.

Spartakus ließ eine Totenfeier für den gefallenen Krixos ausrichten, bei der etwa 300-400 gefangene Römer in Gladiatorenkämpfen gegeneinander antreten mussten. Dies wurde ihm von den Römern immer zum Vorwurf gemacht und galt als Beispiel seiner Grausamkeit. Das sie damit nur selbst erlitten, was sie Spartakus und den unter ihm dienenden Völkern schon seit Jahrzehnten in den Circussen und Arenen antaten, darauf kamen sie offenbar nicht.

Während Arrius die zerschlagenen Legionen der beiden Consuln neu ordnete, zog Spartakus weiter nach Norden, bis in die voralpine Provinz Gallia Cisalpina. Erneut stellten sich ihm stärkste römische Verbände unter dem Statthalter C. Cassius Longinus und Prätor Cn. Manlius entgegen. Erneut siegte der Thraker und seine Sklaven.

Der Sieg war sicher, der Weg für die Alpenüberquerung war frei. Doch was tat Spartakus? Es schien unglaublich, aber es war wahr: am Ziel seiner Träume kehrte Spartakus den rettenden Alpen einfach den Rücken und fiel erneut in Italien ein. Was mag ihn dazu bewogen haben? Man kannte Spartakus bisher als besonnenen und äußerst gewitzten Anführer , also kann man davon ausgehen, dass er gute Gründe gehabt haben wird, umzukehren. Was für Gründe mögen dies gewesen sein? Darüber streiten sich schon seit Jahrhunderten die Gelehrten. Vielleicht war es so, dass ihn die eigenen Leute dazu drängten, umzukehren und die Römer in die Knie zu zwingen (war man nicht bisher immer siegreich gewesen?). Diese waren schließlich auch wirklich in einer äußerst ungünstigen Lage: Pompeius kämpfte mit seinen Legionen in Spanien gegen Sertorius, Lucullus in Kleinasien gegen Mithridates. Die im eigenen Lande aufgestellten Legionen waren geschlagen. Gerade die Kelten, die im Heer des Spartakus geblieben waren, mochten darauf gedrängt haben, denn für sie war der Kampf gegen die Römer sowieso das Lebensziel. Doch auch die Griechen, Thraker und Kleinasiaten mochten nun vielleicht von der einstmals so erwünschten Heimkehr absehen. Was hatte man auch zu erwarten? Waren die Alpen erst mal überschritten, so würden die starken Kelten nach Gallien gehen. Das Restheer hätte durch die römische Provinz Illyricum nach Hause ziehen müssen. Selbst wenn sie den langen Marsch in ihre Heimatgebiete geschafft hätten, so wären sie auch dort auf römische Vorherrschaft gestoßen und Lukullus, der mit einem starken Heer gegen Mithridates kämpfte, hätte die aufrührerischen Sklaven, die es gewagt hatten, halb Italien zu verwüsten, sicherlich gerne gebührend in Empfang genommen. 

Vielleicht hatte Spartakus jetzt aber doch der eigene Ehrgeiz dazu gebracht die Umkehr zumindest zu begrüßen. Auf jeden Fall war er mit ganzem Herzen dabei, ebenso wie sein Heer. Schnell marschierte man auf Rom und traf bei Picenum auf die gerade neuorganisierten römischen Legionen, vermutlich unter dem gemeinsamen Befehl von Lentullus, Gellius und Arrius. Wiederrum erlebten die drei eine Schlappe. Vor Rom hielt sich das Sklavenheer allerdings nicht lange auf. Spartakus schreckte offenbar wegen der schwierigen Versorgungslage und der internen Disziplinlosigkeit seiner Truppen vor einer längeren Belagerung zurück, womit er vor den Toren der Hauptstadt ebenso eine schnelle Beendigung des "Krieges" (als solchen können wir die Kämpfe mittlerweile betrachten) verpasste, wie vor ihm Hannibal. Allerdings sollte es nach Spartakus fast ein halbes Jahrtausend dauern, bis wieder feindliche Truppen vor Rom standen, nämlich Alarichs Westgoten in der ersten Dekade des vierten Jahrhunderts nach Christus. Statt Rom anzugreifen, eroberten die Sklaven Thurii, diesmal allerdings ohne die üblichen Plünderungen. Auch mehrere römische Truppenabteilungen wurden von Spartakus Verbänden geschlagen. Sein Heer wird über 60.000 bis 120.000 Mann verfügt haben.

In Rom war inzwischen niemand mehr scharf auf ein Kommando gegen den listigen Spartakus, der dennoch nichts weiter anführte, als einen Haufen aufständiger Sklaven (großer Ruhm war also kaum zu ernten). In diesem Moment betrat ein alter Bekannter erneut die politische Bühne Roms, um es aus einer großen Verlegenheit zu retten.

M. Licinius Crassus wurde zum Prätor und übernahm freiwillig das Kommando der Truppen gegen Spartakus. Er war 115 geboren worden und lag somit schon einige Jahre gegenüber seinem Konkurrenten Pompeius (geboren 106) zurück. Jetzt endlich witterte er die Möglichkeit, wieder groß in die Politik einzusteigen. Unbeliebt hatte Crassus sich durch sein gieriges Verhalten während der Zeit der sullanischen Proskriptionen gemacht, wo er gewaltige Besitztümer der verfolgten Popularen an sich raffte, teilweise mit Wertverlusten bis zu 3000 Prozent! Doch der umtriebene Crassus hatte noch andere Ideen, um zu Geld zu kommen. Er beschäftigte eine Feuerlöschtruppe in Rom. Hier kam es in den überbevölkerten Armutsvierteln oft zu Bränden und kaum, dass ein Feuer ausgebrochen war, war Crassus Feuerlöschtruppe auch schon zur Stelle (was zu der Vermutung führte, dass manche dieser Feuer nicht zufällig ausbrachen). Den aufgebrachten Besitzern konnte Crassus die verkohlten Überreste meistens noch am gleichen Tag zum Spottpreis abschwatzen, woraufhin er die Gebäude notdürftig wiedererrichtete und weitervermietete. So wurde er zum größten Immobilienbesitzer Roms und einer der reichsten Männer der Republik.

Bei seinem militärischen Kommando gegen Spartakus sollte nun nichts schief gehen, weshalb er zu drakonischen Maßnahmen seinen Truppen gegenüber griff. Der Thraker besiegte nämlich kurz nach Crassus Kommandoübernahme einen römischen Unterführer, Mummius, der zwei Legionen kommandierte, während Crassus dank seiner finanziellen Mittel sogar sechs Legionen ausheben konnte. Die besiegten Truppen mussten die Decimation über sich ergehen lassen. Das heißt, dass durch Lose ziehen jeder zehnte aus der Truppe, die durch die Niederlage Schande über sich gebracht hatte, ausgewählt und hingerichtet wurde (unser heutiges Wort "dezimieren" stammt von dieser rabiaten Maßnahme, zu der römische Feldherren nur in absoluten Notsituationen griffen). Doch das harte Durchgreifen des Crassus sollte sich lohnen. Von nun an, wussten die Legionäre um was es ging, wenn sie gegen die Sklaven antraten und brachten diese bald auch an den Rand der Niederlage. 

Spartakus, ein offenes Treffen scheuend, zog sich nach Süditalien zurück und ließ sich im Winter 72/71 in der Stiefelspitze Italiens, in Kalabrien, von Crassus Heer einschließen. Dieser drängte allerdings auch nicht auf eine Endschlacht, sondern wollte den Hunger das Problem des Sklavenaufstandes von selbst lösen lassen. Seine Soldaten hoben einen gewaltige Graben von Küste zu Küste aus. Mit dieser gewaltigen Energieleistung wurden die Sklaven vom Land abgeschnitten und hatten im Rücken nur noch die See. Dort allerdings lag das reiche und anfällige Sizilien, auf dem es immer noch gärte, trotz der Beendigung der Sklavenaufstände von 136 (-132) und 104 (-101). Das Meer schien ein unüberwindliches Hindernis zu sein, weshalb Spartakus Verbindungen zu den kilikischen Seeräubern knüpfte, offenbar schon während er sich von Crassus in den Süden abdrängen ließ. Diese sackten zwar eine reichliche Vorrauszahlung ein, hielten aber ihren Teil des Vertrages nicht. Sie erschienen nicht vor der Küste Kalabriens, um die Sklaven nach Sizilien überzusetzen. Warum sie Spartakus betrogen, ist unbekannt. Obwohl sie eine große Belohnung erhalten hätten, scheuten sie wohl den gewaltigen Zorn, den eine solche Unterstützung in Rom ausgelöst hätte, denn den Zorn Roms haben nur wenige Völker je überlebt.

Die Sklaven waren nun beinahe am Ende. Die karge Südspitze Italiens war durch die Sklaven bald kahlgefressen worden, Hunger und Krankheiten machten sich breit. Spartakus versuchte durchzubrechen, doch die Befestigungen des Crassus hielten den Ausbruchsversuch der Sklaven auf, die angeblich 12.000 Mann verloren. Es sah so aus, als würden sich die Sklaven mit ihrem Schicksal abfinden und sich in den Tod ergeben. Crassus mag schon frohlockend nach Rom geblickt haben, wo man ihm für eine derartig unblutige Beendigung des gefährlichen Sklavenaufstandes gewiss einen Triumph gewährt hätte. Doch in einer stürmischen Frühjahrsnacht zu Beginn des Jahres 71 meldeten sich Spartakus und sein Sklavenheer in alter Frische und Kraft zurück. Ein erneuter Durchbruchsversuch hatte Erfolg und das Heer des Thrakers zog plündernd durch Italien bis nach Lukanien.

Crassus, der wohl die dunkelsten Tage seines Lebens durchlitt, bat den Senat Pompeius und Lukullus aus Spanien und Asien
zurückzurufen, um Spartakus endlich zu besiegen. Wie sehr er sich wohl später über seine eigene Dummheit geärgert hat, können wir nicht sagen, aber offenbar hatte er seinen Schwermut schnell überwunden und er setzte alles daran, die Sklaven nun möglichst schnell aus dem Weg zu räumen, damit ihm die Heimkehrenden Heere nicht den Ruhm klauten.

Wie lang Spartakus die Römer wohl noch auf Trab gehalten hätte, wenn ihm die wilden Kelten nicht wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten, können wir gar nicht erst erahnen. Erneut schienen die Kelten mit der Art, wie Spartakus das Heer führte, nicht mehr zufrieden zu sein. Die lange kampflose Zeit, hungernd eingeschlossen im ärmlichen Kalabrien, ließ sie offenbar die Lektion vergessen, die sie mit der Niederlage des Krixos hätten lernen sollen. 
Die keltischen Anführer Gannius und Castus wurden sogleich samt ihrer Truppen von Crassus im eigenen Lager überrascht und geschlagen. Der totalen Vernichtung entgingen sie allerdings nur, da Spartakus herangeeilt kam, um sie zu retten. Dennoch, scheinbar ohne jegliche Vernunft, bestanden sie auf das Bestehen bleiben der Trennung, was das Todesurteil für die Sklaven bedeuten sollte.

Spartakus lagerte im weiteren dennoch in der Nähe der Kelten, um sie bei Gefahr wieder retten zu können. Nun aber stellte auch Crassus unter Beweis, das er durchaus ein fähiger Kommandeur war. Des Nachts ließ er heimlich den Grossteil seiner Truppen vom Hauptlager in ein Nebenlager verlegen und griff die Kelten dann des Morgens mit seiner gesammelten Streitmacht an. Er vernichtete sie und Spartakus, überrascht durch das taktische Manöver seines Kontrahenten, kam zu spät, um rettend Eingreifen zu können. Als er die aussichtslose Lage der Kelten erkannte, zog er sich zurück, verfolgt von Crassus Unterfeldherr Quaestor Tremellius, welcher ihn angriff, und von den Sklaven geschlagen wurde.

Spartakus, der wieder nach Süditalien fliehen wollte, wurde von seinen siegessicheren und übermutigen Truppen zu einer Umkehr nach Lukanien gezwungen, das endgültige Ende seines Aufstandes. Crassus erwartete die Schlacht ungeduldig, da Pompeius mittlerweile den Aufstand in Spanien beendet hatte. Sertorius, den Pompeius nie hatte schlagen können, wurde Opfer einer Verschwörung im eigenen Lager. Er wurde von seinen Offizieren unter der Führung des M. Perperna ermordet. Der unselige Perperna unterlag dem Pompeius dann im selben Jahr (72) in der Entscheidungsschlacht in Spanien. Nachdem Pompeius die Reste der aufständigen Iberer beseitigt hatte und die spanische Provinz neu geordnet hatte (wobei sich Pompeius ein großes freundschaftliches Klientel schuf), zog er eiligst nach Italien, woher ihn der von Crassus initiierte Hilferuf erreicht hatte.

Spartakus traf bei Paestum auf die starken Verbände des Crassus. Er soll sein eigenes Pferd niedergestochen haben und gesagt haben, wenn sie heute verlören, würde er keins mehr brauchen und wenn sie gewännen, hätte er mehr Pferde, als er jemals brauchen würde. Er führte persönlich den Angriff auf das römische Lager. Die heldenmutigen, aber durch den Abgang der Kelten geschwächten Sklaven, unterlagen der drückenden Übermacht des Crassus. Nicht viele kamen lebend davon, 6000 gefangene Sklaven ließ Crassus entlang der Via Appia in Richtung Rom kreuzigen.

 

 Über das Schicksal des Spartakus ist nichts weiter bekannt, auch die Römer waren nicht in der Lage seine Leiche zu finden, oder ihn unter den Gefangenen zu identifizieren. Damit trat der Thraker ebenso geheimnisvoll ab, wie der damals aus dem Nichts aufgetaucht war, um das siegesgewohnte Rom in seinen Grundfesten zu erschüttern und etlichen römischen Heeren Niederlagen beizubringen.
Crassus konnte seinen glanzvollen Sieg allerdings nicht voll auskosten. Der gerade in Italien eingetroffene Pompeius schlug 5000 entkommene Sklaven, der erbärmliche Rest des Spartakusheeres, und die römische Öffentlichkeit, die dem Pompeius zu Füssen lag, rechnete ihm den Sieg über die Sklaven an. Pompeius wurde ein Triumph zugestanden, während sich Crassus mit einem kleineren Einzug zufrieden geben musste. Dennoch würden beide gemeinsam im Folgejahr das Consulat bekleiden und Caesar begann endlich seinen mühsamen Aufstieg zur Spitze der Macht.

 Quellenverzeichnis

 

 

Microsoft Encarta 99/2000

 

www.br-online.de/bayern2/collegeradio/ medien/geschichte/spartakus

 

www.layline.de/geschichte/Caesar_4.html

 

www.eko-online.net/geschichte/spartakus.phtml

 

www.latein-pagina.de/iexplorer/turkey/roem/roem.htm

 

www.lateinforum.de/unterr2.htm

 

mitglied.lycos.de/romsklaven/aufstaende.html

 

 

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