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Facharbeitsthema: Minna von Barnhelm - eine "große Liebhaberin der Vernunft?" 

1.                  Vorwort

 

Im Rahmen dieser Facharbeit werde ich mich hauptsächlich mit Lessings Werk „Minna von Barnhelm“ auseinandersetzen. Darin behandle ich die Fragestellung:

„Minna von Barnhelm – große Liebhaberin von Vernunft?“, in der Literaturepoche Aufklärung.

Das im Unterricht besprochene Drama „Emilia Galotti“ führte mich dazu, ein weiteres zu lesen und zu bearbeiten, dieses führt ebenfalls zur Allgemeinbildung.

Dadurch habe ich mir ein Frauenbild von „Emilia Galotti“ verschaffen können.

Dies gab mir einen Anreiz, einen Einblick eines zusätzlichen Frauenbildes (hier: „Minna von Barnhelm“) vorzustellen.

Des weiteren gebe ich den Leserinnen und Lesern einen Einblick in das Leben des Autors dieses Werkes, Gotthold Ephraim Lessing. Wobei sich meine Untersuchungen um eine Frauenfigur handeln.

Weiterhin versuche ich die Motive herauszufinden, die den Autor veranlasst haben könnten, sein Drama „Minna von Barnhelm“ zu schreiben, sprich der zeitgeschichtliche Hintergrund.

Ziel meiner Facharbeit ist die Ausarbeitung der Frauenrolle in „Minna“ an einer bestimmten Szene und die Vergleiche einer anderen Frauenfigur mit „Minna“ darzustellen.

 

 

2.1.            Deutungshypothese

 

Das Lustspiel „Minna von Barnhelm“ von Gotthold Ephraim Lessing, einem Literaten der späten Aufklärung, weist die aufgeklärte Frauenfigur „Minna“ als Aspekt der Aufklärung auf.

Der 4.Aufzug der 6. Szene des Dramas bezieht sich auf einen Konflikt zwischen Minna und Tellheim. An dieser Szene erkennt man, dass es sich angesichts der damaligen Zeit um eine emanzipierte Frau handeln muss, die Mut besitzt, ihren eigenen Verstand zu benutzen.

Dieses sind die Merkmale der Aufklärung im Jahre 1720 bis 1785.

 

2.2       Inhaltsangabe des Stückes „Minna von Barnhelm“

 

Das Lustspiel „Minna von Barnhelm“ wurde von dem bedeutendsten deutschen Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing im Jahre 1763/64 verfasst.

Nach Ende des siebenjährigen Krieges zieht sich der Major Tellheim, ohne finanzielle Mittel und von seiner Entlassung niedergeschlagen, mit seinem letzten Bediensteten Just in einem Gasthof zurück.

Aus seiner bisherigen Unterkunft wird er durch den Wirt vertrieben, um sein Zimmer einer Dame, Minna von Barnhelm, Tellheims ehemaliger Frau zu überlassen. Diese ist in die Stadt gekommen um ihren Verlobten Tellheim zu suchen, da sie nach dem Ende des Krieges nichts mehr von ihm gehört hatte.

Er befindet sich in Geldnot, doch keiner sieht ihm seine Armut an. Durch seinen Diener Just will er seinen Verlobungsring beim Wirt zurücklegen lassen, um seine Mietschuld zahlen zu können.

Doch Minna sieht den Ring an der Hand des Wirtes und erkennt ihn sofort als den Ring ihres Verlobten, da sie dasselbe Stück am Finger trägt. Dadurch erfährt sie von seiner schlechten Lage. Tellheim indes glaubt, dass er nichts mehr für sie wert sei.

Durch die Hilfe ihrer Dienerin Franziska vertauscht sie ihren mit Tellheims Ring und spielt ihm vor, sie sei seinetwegen von ihrem Onkel enterbt worden, somit wäre die Liebe gerechtfertigt.

Es kommt zu einer weiteren Gegenüberstellung der beiden, da Minna erfahren hat, Tellheim sei wieder rehabilitiert[1] worden.

Später erfuhr Tellheim, das Minna tatsächlich enterbt wurde und ab da ändert sich alles.

Jetzt fühlt er sich stark und frei und leiht sich Geld um Minna zu heiraten, die ihm wichtiger ist, als erneut in den Krieg zu ziehen.

Auch für ein zweites Paar, Franziska und Tellheims Wachtmeister Werner, gibt es einen glücklichen Ausgang.

 

 



[1] Wiederherstellung des sozialen Ansehens einer Person, Wiedereinsetzung in den früheren Stand

2.3.            Charakterisierung der literarischen Gestalt:

Minna- „Der Boshafte Engel“ oder „Die Spielerin“?

 

Minna von Barnhelm, die schöne und reiche Erbin von Bruchsall, ist aus Sachsen nach Berlin gereist, um ihren Verlobten Major von Tellheim zu finden.

Sie spielt in diesem Lustspiel nicht die Rolle einer Haushälterin oder Geliebten, sondern die Rolle einer aufgeklärten Frau.

Das Fräulein Barnhelm ist sehr selbstbewusst und nennt sich selbst:

„Zärtlich und Stolz, tugendhaft und eitel und wollüstig und fromm.“ (S.163, Z.3-4)

Sie ergreift die Initiative und sucht ihren Verlobten auf, dass zeigt eigenständiges Handeln und Denken und nicht das durch Leitung eines anderen.

 

Ihre Figur zeigt unter anderem den Kampf um ihre Liebe auf kluge Weise, dennoch ist sie kein Engel. Sie hat die Fäden des Spiels in der Hand, weil sie weiss, dass Tellheim sie liebt (S.165, Z.34-36).

Minna- „Die Spielerin“? Dieses Kartenspiel spielt sie, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Indem sie ihm die Verlassene vorspielt und es drohen ihr die Fäden aus der Hand zu gleiten und nicht immer fühlt sie sich bei diesem Spiel wohl:

„Leicht ist mir meine Rolle auch nicht geworden.“ (S.230, Z.29-30)

 

2.4.      „Was ist Aufklärung?“

 

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (Immanuel Kant, „Was ist Aufklärung?“, 1784)

 

Die heutige Bedeutung der Literaturepoche Aufklärung ist die Emanzipation des Menschen eigenständig zu handeln und zu denken.

Alle Dinge und Lebensverhältnisse werden durch den Verstand überprüft.

Ein anderer Aspekt ist die Allgemeine Aufgabe der Aufklärung:

prodesse et delectare[1]

Die wichtigsten Autoren der Aufklärung, über die heute noch sehr oft gesprochen wird:

 

-                     Immanuel Kant (1724 – 1804), Philosoph

-                     Johannes Christoph Gottsched (1700 – 1766), Professor für Philosophie und Poesie

-                     Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781), Begründer der modernen deutschen Literatur

 

Die Grundzüge der Aufklärung findet man in der Titelfigur „Minna“ aus „Minna von Barnhelm“ wieder.

Sie ist eine aufgeklärte Frau und das erkennt man daran, dass Minna sich ihres eigenen Verstandes bedient.

Ein anderer wichtiger Aspekt zeigt sich durch die Argumentation (IV. 6) der Minna.

Sie versucht Tellheim mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen. Dieses Verhalten zeugt von der Emanzipation der Frau, die das Vertrauen in die Kraft der Vernunft setzt.

 



[1] nützen/belehren und erfreuen

 

2.5.      Die Rolle der „Minna“ am Beispiel einer Szene

 

Ist das Fräulein Minna von Barnhelm eine „große Liebhaberin von Vernunft“?

„Ich bin eine große Liebhaberin von Vernunft, ich habe sehr viel Ehrerbietung für die Notwendigkeit“ (Minna, II. 9).

 

Diesen Satz sagt sie Tellheim, als sie sich zum ersten Mal nach langer Zeit über den Weg liefen. Minna ergreift die Initiative und reist zu Tellheim nach Berlin und dadurch macht sie schon am Anfang des Lustspiels den Eindruck einer emanzipierten Frau. Da sie keinerlei Schamgefühl zum Ausdruck bringt, gesteht sie Franziska ihre Liebe zu Tellheim.

An einer anderen Textstelle macht sich ihre Emanzipation sehr deutlich. Als Minna Tellheim in dem 2. Aufzug der 9. Szene gegenübersteht, fragt sie ihn geradewegs, ob er sie noch liebe „-lieben sie mich noch Tellheim?“ Zu dieser Zeit waren die Frauen nicht so mutig, ihren Lebensgefährten zu fragen, ob er sie noch liebe.

 

In weiteren Handlungen ergreift Minna ein zweites Mal die Initiative, um ihn zu ihrem gemeinsamen Glück zu zwingen, da Tellheim denkt, er sei nichts mehr für Minna wert.

Das Beispiel dafür, dass Minna eine „große Liebhaberin von Vernunft“ ist, zeigt sich in dem 4. Aufzug der 6. Szene, in der sie eine Intrige inszeniert. Es handelt sich um ein Gespräch, an dessen Ende man erkennt, dass sie ihren Verstand benutzt und sie sich nicht durch andere leiten lässt.

„Lassen Sie mich.- Meine Tränen vor ihnen zu verbergen, Verräter!“ (IV. 6, S.210,Z.11-12)

 

Minna versucht im vernünftigen Gespräch, Tellheim seine Ideen auszureden, der aber hört nicht auf sie und beleidigt Minna. Daraufhin beginnt die Intrige. Sie gibt ihm seinen Ring zurück und informiert ihn über die „angebliche“ Enterbung. Dort beginnt Minnas Versuch, Tellheim mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen: Es zeigt sich aufklärerisches Vertrauen in die Kraft des Denkens und der Vernunft.

Mit all diesen Gesichtspunkten, wie sie sich in diesem Aufzug verhält und was für ein Spiel sie vor allem mit Tellheim treibt, zeigt das Verhalten einer emanzipierten Frau.

 

An einer anderen Textstelle macht sich deutlich, dass es sich bei Minna um eine selbstbewusste Person handelt.

„Das ist das Fräulein von Barnhelm, die sich einbildete, weil sie reich sei, den wackern Tellheim zu bekommen: als ob die wackern Männer für Geld zu haben wären!“ So würde es heißen; denn meine Landsmänninnen sind alle neidisch auf mich. Daß ich reich bin, können sie nicht leugnen; aber davon wollen sie nichts wissen, daß ich auch sonst noch ein ziemlich gutes Mädchen bin, das seines Mannes wert ist.“ (S.202, Z.35-36, S.203, Z.1-5)

 

Es ist ihr gleichgültig was andere über sie denken. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit.

Minna versucht Tellheim bewusst zu machen, dass er weder ein „Krüppel“ noch ein „Bettler“ sei. Sie ist eine Frau, der Lessing in diesem Gespräch den Charakterzug eines Mannes gab. Er stellt sie dort sehr dominant dar.

Das Fräulein von Barnhelm versucht mit allen Mitteln dem Major von Tellheim klar zu machen, dass sie füreinander bestimmt sind. Obwohl Tellheim zu diesem Zeitpunkt kein Geld besaß sagt Minna:

„Ich liebte Sie um dieser Tat willen, ohne Sie noch gesehen zu haben.“ (S.205, Z.19-20)

 

Am Schluss dieser Szene eskaliert das Gespräch. Das Fräulein will Tellheim den Ring zurückgeben doch er reißt ihr diesen aus der Hand. Tellheim war überrascht, dass Minna auch einen resoluten Ton anschlagen kann (hierbei wird der männliche Charakterzug auch stark hervorgerufen).

Minna will den Geliebten ganz, sie liebt ihn „mit aller Wollust und dem Verstand“. Tellheim sagt nach all dem: „Sie sind die Meinige, Minna, auf ewig die Meinige“(V.5)

und „Sie wird mich um mich selbst lieben und ich werde um sie die ganze Welt vergessen“ (V.9). Diese Frau ist eine Meisterin der Verführung, befähigt zur wollüstigen Verführung der Liebe.

In diesem 4. Aufzug erkennt man in der Rolle der Minna, dass sie „eine Liebhaberin von Vernunft“ ist sehr gut. Zusammenfassend ist zu sagen, dass es sich hierbei um eine „Liebhaberin von Vernunft“ handelt. Sie besitzt Mut, Verstand, Vernunft und Kraft, Tellheim mit vernünftigen Argumenten zu konfrontieren.

Lessing hat die literarische Gestalt Minna mit all diesen Handlungs- und Denkweisen geschmückt und den Frauen bewiesen, dass auch sie ihren eigenen Verstand benutzen können. Zu dieser Zeit war sie eine Frau, über diese viele sprachen und sie darum beneideten.

2.6.1.      Das Frauenbild: Inwiefern waren die Frauen im 17. und 18. Jahrhundert emanzipiert?

 

 

 

Die Frauen in Europa im 17. und 18. Jahrhundert waren sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt und somit spielte die Frau eher eine untergeordnete Rolle.

Die Frauen zu dieser Zeit durften keine Universitäten besuchen und unter anderem hatten sie keine Möglichkeiten einen Beruf auszuüben, außer den der Hausfrau.

Somit war es der Frau nicht gestattet Geschäfte zu betreiben und ihr war es nicht erlaubt, ihre eigene Hinterlassenschaft und ihr eigenes Privatvermögen zu führen.

Das Frauenbild der europäischen Aufklärung wurde in zwei Schichten unterteilt, zum einen gab es die Frauen der unterbürgerlichen Schicht und zum anderen die adelige Schicht der Frauen.

Die bürgerlichen Frauen lebten in Wohnkolonien. Sie arbeiteten überall in Europa in den Manufakturbetrieben und bekamen einen Hungerlohn dafür.

Im Gegensatz dazu konnte die adelige Frau den höfischen Wohlstand genießen, war aber dennoch dem Mann untergeordnet.

Zu dieser Zeit war das gängige Bild der Frau eher die Mutter und Hausfrau.

Im 18. Jahrhundert wurden die Frauen aufgefordert, sich selbst durch Lesen zu bilden, dies war aber die Bildung der eigenen Persönlichkeit.

Im Laufe der Zeit wurden die Frauen durch das Lesen emanzipierter, wie G. E. Lessing sie in seinen Dramen dargestellt hat ( z.B. Minna, Orsina).

Frauen durften nach und nach die Schulen besuchen und in Berlin durften sie offiziell ab 1908 studieren.

Die literarische Gestalt „Minna“ in dem Lustspiel „Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück“ zeigt die Rolle einer Frau, wie sie zur Zeit der Literaturepoche eher seltener vorkamen. Erst durch seine Werke zeigt Lessing den Frauen, dass auch sie die Kraft besitzen, ihren eigenen Verstand zu bedienen. Auch in „Emilia Galotti“ verdeutlicht Lessing dieses Frauenbild in „Orsina“, die ebenfalls Mut besitzt, sich gegen den Prinzen aufzulehnen.

2.6.2.        Die Figur „Emilia“ im Vergleich zu „Minna“

 

Die Tragödie „Emilia Galotti“ hat ein offenes Ende und handelt von der Frauenfigur Emilia, die im 18. Jahrhundert als aufgeklärt und tugendhaft galt, weil sie nicht in die Arme des Prinzen fallen möchte und sich für den Tod entscheidet. Jedoch ist sie dies wiederum nicht, da die Familie die Hochzeit mit Appiani beschlossen hat, ohne sie mit Emilia abzusprechen.

 

           Emilia Galotti

Im Gegensatz dazu kann man eindeutig über das Lustspiel „Minna von Barnhelm“ sagen, dass es sich hierbei um eine aufgeklärte Frau handelt.

In der Szene des Dramas „Emilia Galotti“, als der Prinz Emilia einen Besuch in der Kirche abstattet und ihr dort ein Liebesgeständnis macht, bleibt sie sitzen und hört sich dieses wachsam an. Daraufhin rennt sie aufgewühlt nach Hause.

Dieses Verhalten zeigt einerseits Zufriedenheit über dieses Geständnis und andererseits hat sie Angst vor der Verführung des Prinzen.

Dennoch ist sie im Stande sich den Tod durch ihres Vaters Hände zu erzwingen, um sich nicht in die Arme des Prinzen zu begeben.

Dieser Entschluss Emilias weist daraufhin, dass sie ihre Vernunft und ihren Verstand einsetzt, um die Familienehre nicht zu verletzen.

Ihre Existenz war von außen und innen so stark gefährdet, dass ihr nur der Tod helfen konnte. Somit enthält Lessings Werk „Emilia Galotti“ die tragische Potenz und im Vergleich zu „Minna von Barnhelm“ lässt Lessing dort eine Komödie auf der Bühne spielen.

Ein weiterer Aspekt, der sich bei Emilia zeigt, ist ihre Tugendhaftigkeit und Frommheit.

Bei Minna kommt die aufgeklärte Frau, die Vernunft, Mut und Verstand besitzt, zum Vorschein.

Also kann man daraus schließen, dass es zwischen den beiden Frauenfiguren einen erheblichen Unterschied gibt. Lessing ließ Emilia zu dieser Zeit als aufgeklärt und tugendhaft auf das Publikum oder die Leser wirken. Sie wirkt am Anfang des Dramas als eine sehr schüchterne Person, wobei Minna am Anfang des Lustspiels die Initiative ergreift ihren Verlobten aufzusuchen.

Später treibt sie sogar ein Katz und Maus Spiel mit Tellheim und hielt die Fäden des Spiels in der Hand, die ihr aber am Ende des 5. Aufzuges entgleiten.

 

Es gibt noch einen weiteren Unterschied der beiden. Eine der beiden Frauen legt weniger Wert auf ihr Äußeres, wobei die andere mehr Wert auf Äußerlichkeiten legt.

Emilia ist die Natürlichere der beiden, die sich nicht von Reichtum und Prunk korrumpieren lässt (vgl. Perlenkette).

Minna hingegen ist genau das Gegenteil. Franziska, das Zimmermädchen, wurde von Minna zu Tellheim geschickt, um ihn zum Essen einzuladen.

„Kommen Sie nicht so, wie Sie da sind; in Stiefeln, kaum frisiert. Sie sind zu entschuldigen; Sie haben uns nicht vermutet. Kommen Sie in Schuhen, und lassen sie sich frisch frisieren.“ (III. 10/S.187, Z.34-36/S.188,Z.1-2)

 

 

Minna von Barnhelm

 

Diese Unterschiede der beiden Frauenfiguren zeigen sich im Text. Vor allem machen sich die Unterschiede dadurch bemerkbar, wie und wann die Frauen ihren Verstand einsetzten.

Bei „Emilia“ führte dies bis zum Tode, jedoch bei „Minna“, einer starken Person, wendete sich alles zum Guten.

 

 

2.7.      G.E. Lessing – ein „moderner“ Literat?

 

Gotthold Ephraim Lessing, geboren am 22. Januar in einer sächsischen Kleinstadt in der Oberlausitz, war einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Aufklärung. Lessing verfasste viele Werke wie Dramen, Lustspiele und bürgerliche Trauerspiele. In einem Werk hat er seine Erfahrungen verarbeitet, in „Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück“.

Seine Eltern waren Justine Salmone Lessing und der Pfarrer Johann Gottfried Lessing, der seinen Sohn Lessing schon frühzeitig unterrichtete.

Sein Werk „Miß Sara Sampson“ wurde im Jahre 1755 veröffentlicht und stellte darin nicht mehr Adelspersonen dar, sondern Bürger als Träger der Handlung.

Ein paar Jahre später 1763/64 entstand das Lustspiel „Minna von Barnhelm“, indem er seine Erfahrungen verarbeitete.

Der zeitgeschichtliche Hintergrund des Werkes ist der siebenjährige Krieg, indem er jeweils den Anfang und das Ende des Krieges verfasste.

Er hat gesehen, welches Schicksal die Auflösung der sogenannten Freibataillone für manche Soldaten bedeutet.

1776 heiratete Lessing Eva König, die auch einen Sohn gebar, welcher 24 Stunden später starb. Am 10. Januar starb Eva Lessing an Kindbettfieber.

Einige Jahre später (1781) starb Lessing an einem Schlaganfall in Braunschweig.

1771    -          Emilia Galotti

1779    -          Nathan der Weise

Die Grundgedanken dieser Werke bilden, im Sinne der Aufklärung, die Erziehung der Mündigkeit zur Toleranz und zum kritischen Bewusstsein.

Deswegen spricht Europa noch heute über Lessings Werke, da sie einen wichtigen Baustein der Aufklärung enthalten. Er ist auch bekannt dafür offene Enden zu schreiben. Damit wollte er die Leser zum Nachdenken bringen.

3.                  Schluss

 

In meiner abschließenden Wertung, habe ich mich noch einmal mit der in der Aufgabenstellung enthaltenen Frage: „Minna – große Liebhaberin von Vernunft ?“

aus dem Drama „Minna von Barnhelm“ auseinandergesetzt.

Das Fazit meiner Arbeit ist, dass es sich um ein emanzipiertes und aufgeklärtes Fräulein von Barnhelm handelt. Auf diese Zeit bezogen enthält sie die Bestandteile der Aufklärung, die für uns Frauen heute als selbstverständlich gelten. Beispielsweise das eigenständige Denken und Handeln.

Die im Hauptteil erwähnten Zitate und Textstellen die dieses zum Ausdruck bringen, sollten für Lessing ein Zeichen an die „Frau“ seiner Zeit sein.

Ich finde es erstaunlich, wie sich das Frauenbild von damals im Gegensatz zum heutigen gewandelt hat. Schließlich fühle ich mich als Frau hiermit ebenfalls betroffen.

Für mich ist es erschreckend unter welchen Bedingungen die Frauen sowohl vor als auch während der Literaturepoche Aufklärung lebten.

Man kann diese damalige Situation keineswegs mit heute vergleichen, da heute wesentlich mehr Möglichkeiten der Bildung bestehen.

Im Gegensatz zur damaligen Zeit bekleiden Frauen heute Führungspositionen in Wirtschaft und Politik, jedoch bei weitem noch nicht in allen Kulturkreisen dieser Welt.  

 

 

4.                  Literaturverzeichnis

Textausgabe:    Lessing „Lessings Werke in 5 Bänden“

                        Aufbau – Verlag / Berlin und Weimar 1971

http://www.sewanee.edu/german/Literatur/aufklar.html                                 

vom 04.01.2003

http://www.home.t-online.de/home/Lessing-Gymnasium/lessing.htm    

vom 27.01.2003

http://www.staatsschauspiel-dresden.de/stuecke/minna%20von%20barnhelm.html

vom 28.01.2003

http://sandra-ruettgers.de/froboess/seiten/theater/barnhelm.html 

vom 30.01.2003

http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/del7923.html 

vom 05.02.2003

http://www.berlinerzimmer.de/ortmann/studium/aufkl.html 

vom 06.02.2003

 

Deutsch Buch

Texte, Themen und Strukturen

1999 Cornelsen Verlag

 

Sekundärliteratur:

B. Becker – Cantarino

Der lange Weg zur Mündigkeit

Frau und Literatur (1500 – 1800) 1987

A.     Kuhn (Hg)

 

Fick, Monika

Lessing – Handbuch

Leben – Werk – Wirkung

Verlag: J. B. Metzler

 

Gehrke, Hans

Lessings „Minna von Barnhelm“

Biographie und Interpretation

R. Joachim Beyer Verlag, 1974

 

Hildebrandt, Dieter

Lessing, Biographie einer Emanzipation

Carl Hanser Verlag, 1979

 

Kröger, Wolfgang

Grundlagen und Gedanken zum Verständnis des Dramas

Verlag Moritz Diesterweg, 1985

 

Rempel, Hans

Tragödie und Komödie im dramatischen Schaffen Lessings

1935 by Junker und Dünnhaupt – Verlag, Berlin

 

Schneiders, Werner

Lexikon der Aufklärung (Deutschland und Europa)

Verlag C./H. Beck

 

 S.Dorscheid(2003)

 

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